Blähungen: Was wirklich hilft (und was nichts bringt)

Der Bauch, der sich gegen Abend ausbeult, die Hose, die nach dem Essen zu eng sitzt: Das ist eines der häufigsten Beschwerden – und eines der Themen, über die die meisten Unklarheiten herrschen. Bringen wir Klarheit in die Sache.

Woher kommt das Völlegefühl?

Blähungen entstehen durch Gasansammlungen im Verdauungstrakt. Dafür gibt es zwei Hauptursachen.

Die eingeatmete Luft

Das passiert, wenn man zu schnell isst, beim Essen redet, Kaugummi kaut, kohlensäurehaltige Getränke trinkt oder mit einem Strohhalm trinkt. Das ist eine Gewohnheit, und diese Ursache lässt sich am einfachsten beheben.

Die Gärung

Bestimmte Kohlenhydrate werden im Dünndarm nicht resorbiert und gelangen in den Dickdarm, wo sie von der Darmflora vergoren werden – was zur Bildung von Blähungen führt. Dies ist ein normaler Vorgang und keine Störung. Zu den am stärksten betroffenen Lebensmitteln zählen: Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln, Knoblauch, bestimmte Obstsorten sowie Süßstoffe mit der Endung „-ol“ (Sorbit, Xylit, Maltit).

Wichtiger Hinweis: Diese Lebensmittel sind größtenteils sehr gut für die Gesundheit und die Darmflora. Es geht nicht darum, sie ganz wegzulassen, sondern die Mengen und die Zubereitungsweise anzupassen.

Was hilft – nach Wirksamkeit geordnet

1. Langsamer fahren

Der wichtigste Hebel – und zugleich der undankbarste, weil er sich nicht verkaufen lässt. Das Besteck zwischen den Bissen abstellen, gründlicher kauen, nicht im Stehen essen. Weniger Luft schlucken, bessere mechanische Aufbereitung der Nahrungsmasse.

2. Die Portionen verkleinern, anstatt auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten

Viele Menschen vertragen Hülsenfrüchte in kleinen Mengen sehr gut, in großen Mengen hingegen schlecht. Bevor Sie eine ganze Lebensmittelgruppe aus Ihrer Ernährung streichen, probieren Sie zunächst die Hälfte der Portion aus.

3. Fermentierbare Lebensmittel richtig vorbereiten

Die Hülsenfrüchte mehrere Stunden einweichen und das Einweichwasser wegschütten, sie lange kochen, Kreuzblütler lieber kochen als roh verzehren: Das verringert die Gärung deutlich.

4. Sich bewegen

Ein Spaziergang nach dem Essen regt die Verdauung an und hilft, Blähungen abzubauen. Zehn bis fünfzehn Minuten reichen aus.

5. Vorsicht bei Süßstoffen

Die Polyole in Kaugummis und „zuckerfreien“ Produkten sind eine häufige und stark unterschätzte Ursache für Blähungen. Schauen Sie sich die Etiketten an.

Traditionell verwendete Pflanzen

Sie sind Teil eines Rituals, das dem Wohlbefinden dient, und ergänzen die oben genannten Punkte – sie ersetzen diese jedoch nicht.

  • Fenchel und grüner Anis – die beiden Kräuter, die am häufigsten mit einem leichten Gefühl im Bauch in Verbindung gebracht werden.
  • Minze – traditionell zum Abschluss einer Mahlzeit, wegen ihrer Frische geschätzt.
  • Ingwer – wird in vielen Küchen traditionell zum Abschluss einer Mahlzeit gereicht.
  • Kamille und Melisse – wirken entspannend; hilfreich, wenn die Beschwerden auf nervöse Anspannung zurückzuführen sind.

Ein heißer Kräutertee, den man im Sitzen, ohne Bildschirm, langsam trinkt, hat auch einen Wert an sich: Er zwingt zu einer Pause, und diese Pause trägt zum Wohlbefinden des Verdauungssystems bei.

Was nichts bringt – ja, sogar noch verschlimmert

  • Kräutertees für einen „flachen Bauch“ auf der Basis von Sennesblättern oder Faulbaumrinde. Dabei handelt es sich um anregende Abführmittel. Sie bewirken eine Darmentleerung, nicht jedoch eine Verbesserung des Wohlbefindens, und eine wiederholte Einnahme kann zu einer Abhängigkeit des Stuhlgangs führen. Überprüfen Sie stets die Zusammensetzung, wenn mit einem „flachen Bauch“ geworben wird.
  • Ballaststoffe weglassen. Kurzfristig wirkt der Bauch flacher; mittelfristig verschlechtern sich die Verdauung und die Darmflora.
  • Mahlzeiten auslassen. Das bringt den Rhythmus aus dem Gleichgewicht und führt in der Regel dazu, dass man bei der nächsten Mahlzeit schneller isst – genau das, was man eigentlich vermeiden wollte.
  • Kohlensäurehaltige Getränke, einschließlich Sprudelwasser, wenn Sie zu Blähungen neigen.
  • Erwarten Sie kein Ergebnis nach nur einer Tasse. Kein Tee lässt den Bauch innerhalb weniger Minuten „schrumpfen“.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Gelegentliches Völlegefühl, das mit einer üppigen Mahlzeit oder einer stressigen Phase zusammenhängt, ist ganz normal. Suchen Sie jedoch einen Arzt auf, wenn Sie Folgendes feststellen: anhaltendes Völlegefühl, das nicht mit den Mahlzeiten zusammenhängt, starke Bauchschmerzen, Blut im Stuhl, eine dauerhafte Veränderung der Darmtätigkeit, unerklärlicher Gewichtsverlust oder ein plötzliches Auftreten nach dem 50. Lebensjahr.

Diese Anzeichen können auf ein Reizdarmsyndrom, eine Unverträglichkeit oder eine andere Ursache hindeuten, die eine fundierte Diagnose erfordert. Ein Kräutertee ist kein Ersatz dafür.

NACH DEM ESSEN — Grüner Tee & marokkanische Minze

Unser in der Schweiz entwickeltes Ritual zum Abschluss der Mahlzeit, ohne Zuckerzusatz und ohne abführende Pflanzen. Enthält Koffein: am besten nach dem Mittagessen genießen.

Entdecken Sie „NACH DEM ESSEN“ →

Lesen Sie auch

Wenn Sie schwanger sind, stillen, Medikamente einnehmen oder wegen einer Erkrankung des Verdauungstrakts in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen, bevor Sie eine neue Pflanze in Ihre Ernährung aufnehmen.

Zurück zum Blog